Am 17.09.2026 erkundete die Klasse P13 „Fachklasse Physiklaboranten“ im Rahmen des Physikunterrichts im Themenbereich Radioaktivität, Kernenergie und Strahlenschutz das Bergwerk Werra am Rudolfstein bei Bad Weißenstadt.

Das ursprüngliche Zinnerz- und Wolframerz-Bergwerk wurde bereits kurz nach dem zweiten Weltkrieg unter großer Geheimhaltung als erstes Uranbergwerk in Westdeutschland betrieben. Als im Laufe der Zeit der Weltmarktpreis für Uran deutlich sank, verlor das Bergwerk seine Rentabilität und wurde Ende der 1950er Jahre stillgelegt.

Im Rahmen einer ausgedehnten Führung durch das Bergwerk wurden vergleichende Messungen der Äquivalentdosisleistung an verschiedenen Stellen in dem verzweigten Stollensystem durchgeführt. Interessant waren die vielfältigen Farben des Granits im Tagstollen, der ca. 500 m weit in das Bergmassiv hineinreicht. Braune (Eisen) und schwarze (Mangan) Verfärbungen dominierten, es galt grüne Kristalle im Granit zu finden – Torbernit, ein Kupfererz mit Uraneinlagerungen.

Aufschlussreich war für die Schüler auch die technische Anlage -Reste von Gleisen für die Hunte, die ausschließlich mit Muskelkraft bewegt werden mussten, sowie das Fördergestell im Blindschacht, das früher die bis zu 230 m tiefer liegenden Sohlen erschloss.

Da die tieferliegenden Schächte und Stollen mit Grundwasser vollgelaufen sind, ist dieser Teil des Bergwerks nicht mehr zugänglich. Nichtsdestotrotz konnten aber messbare Unterschiede der Aktivität in verschiedenen Gesteinszonen festgestellt werden; logischerweise an/in den abzweigenden Abbaugängen mehr, im „tauben“ Granitbereich weniger.