Berufliche Bildung trifft Hochschulbildung

Das durchgeführte Projekt entstand aus dem dringenden Handlungsbedarf, an unserem Bildungsinstitut, der Staatlichen Fachschule für Produktdesign in Selb, sowohl Lehrende als auch Lernende erstmalig an Erasmus+ teilhaben zu lassen. Um es vorweg zu nehmen: unsere Premiere wurde ein großer Erfolg.

Durchgeführt wurden zwei Flows zu unserem Partner, Staffordshire University in Stoke-on-Trent in England, der erste für das Bildungspersonal und der zweite für unsere Lernenden. Auswahlkriterien für unseren Partner waren einerseits das dortige hohe Ausbildungsniveau als auch die Tatsache, dass Stoke-on-Trent einen ähnlichen Strukturwandel wie Selb – bedingt durch die Krise in der Porzellanindustrie am Ende des letzten Jahrhunderts – bewältigen musste. Für die beteiligten Lehrkräfte, ein Produktdesigner und eine Englischlehrkraft, eröffnete sich durch den Besuch von Vorlesungen, Seminaren und Workshops die Möglichkeit, Einblicke in neue Lehr- und Lernmethoden an einer britischen Universität zu gewinnen und diese – nach gründlicher und kritischer Reflektion – in die eigene Arbeit einfließen zu lassen. Des Weiteren konnte das Lehrpersonal seine fachlichen und methodischen Kompetenzen erweitern und Kontakte zu britischen Dozenten, Künstlern, Selbstständigen und Vertretern der Industrie knüpfen. Auch unsere Lernenden, fünf angehende staatlich geprüfte Produktdesigner, bekamen durch die Teilnahme an Vorlesungen, Projekten, Workshops, Seminaren und Diskussionen an einer ausländischen Universität die Chance, ein neues Leben mit anderen Strukturen, Methoden und Lernfeldern kennen zu lernen.

Zur Vorbereitung auf ihr späteres Berufseben, in dem sie als Ideen- und Impulsgeber fungieren, ist dies ein großes Plus. Durch den internationalen Austausch mit Dozenten und Vertretern der britischen Industrie wurden unsere Lernenden auf die Herausforderungen der Globalisierung vorbereitet, ihre berufliche Mobilität verbessert und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt bzw. ihr Unternehmergeist für eine zukünftige Tätigkeit als Freelancers bzw. Beschäftigte bei einem Global Player erhöht.

Hinsichtlich der Internationalisierungsstrategie unserer Einrichtung sehen wir sie auf einem guten Weg, und zwar aus folgenden Gründen:

Unsere Lehrenden und Lernenden erhielten ihre Mobilitätspässe in einem feierlichen Rahmen anlässlich eines Europatages, der zum ersten Mal an unserer Schule stattfand. Dazu sprach Herr Stephan Plichta, Erasmus+ Koordinator am ISB in München, ein Grußwort zu einem Auditorium zukünftiger potentieller Teilnehmer an Erasmus+, zum Lehrerkollegium und Schülereltern. Begleitet wurde der Europatag von einem Impulsvortrag unserer Lernenden, die an Erasmus+ teilnahmen, einem Vortrag von Herrn Plichta über Erasmus+ sowie zahlreichen europäischen Projekten der gesamten Schülerschaft.

Ein Gegenbesuch zweier Dozenten der Staffordshire University in Selb schloss sich an und in diesem Schuljahr erwarten wir fünf Studenten aus Stoke-on-Trent.

Zwei unserer Teilnehmerinnen am Flow haben damit begonnen, ihr Masterstudium an der Staffordshire University zu absolvieren.
Könnte es ein besseres Ergebnis unseres Projekts geben?